Über Sierra Leone

Lebensbedingungen

Sierra Leone ist ein westafrikanisches Land mit etwa 6 Mio. Einwohnern und ist hinsichtlich seiner Fläche mit der Bayerns vergleichbar. Nachbarländer sind Liberia und Guinea. Die Hauptstadt ist Freetown. Die Amtssprache ist Englisch, Umgangssprache ist aber "Krio".

Die Bevölkerung leidet noch immer an den Folgen des Rebellenkrieges, der im März 1991 begann und im Januar 2002 von der sierraleonischen Regierung offiziell als beendet erklärt wurde. Nur langsam schreitet der Aufbau der Infrastruktur voran, die während des Krieges weitgehend zerstört wurde. Sierra Leone gehört zu den ärmsten Ländern der Welt: Viele Menschen in Sierra Leone haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die Stromversorgung ist unzureichend. Viele Dörfer sind nicht an das Stromnetz angeschlossen, aber auch in den Städten ist Stromausfall eher die Regel.

Vor allem in der Hauptstadt Freetown und in anderen größeren Städten leben viele Menschen  beengt mit anderen Familienangehörigen in einfachen Behausungen. Sie haben häufig kein regelmäßiges Einkommen und versuchen, sich und ihre Kinder mit Gelegenheitsarbeiten oder Straßenverkäufen durchzubringen. Viele von ihnen haben nicht ausreichend zu essen oder sind mangelernährt.

Bildung und medizinische Versorgung in Sierra Leone

Die Analphabetenrate in Sierra Leone liegt bei 65 %. Viele Kinder haben keine Möglichkeit, die Schule zu besuchen, weil das Geld dafür fehlt. Offiziell ist der Schulbesuch in Sierra Leone kostenlos. Doch die Realität sieht anders aus. Ohne die Zahlung von Schulgebühren und ohne Schuluniform darf kein Kind am Unterricht teilnehmen. Diese Kinder brauchen Unterstützung, um die Schule besuchen zu können, damit sie und ihre Heimat eine Zukunftsperspektive haben.

Die medizinische Versorgung in Sierra Leone ist ein großes Problem. Die wenigen Arztpraxen und Krankenhäuser sind unzureichend ausgestattet, es fehlt dabei nicht nur an medizinischen Geräten, sondern auch an Krankenhausbetten, Medikamenten etc. In Sierra Leone betreut ein Arzt lt. Statistik 33.000 Menschen. Für zahnmedizinische Behandlungen gibt es in ganz Sierra Leone nur 9 Zahnärzte (für ca. 6 Millionen Menschen).

Die Liste der verbreiteten Krankheiten in Sierra Leone ist lang. Malaria, Dengue-Fieber, Cholera, Gelbfieber, Parasitenbefall, Hepatitis A und B, Lassa-Fieber und Aids gehören dazu. Aufgrund der Armut können viele Menschen im Krankheitsfall weder Arzt, noch Krankenhaus aufsuchen, weil die Behandlung sofort im Voraus bar gezahlt werden muss. Eine Krankenversicherung gibt es nicht in Sierra Leone. Ein großes Problem ist auch der lange Fußweg zum Arzt oder Krankenhaus, weil es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt und nur wenige ein eigenes Fahrzeug besitzen. Vor allem Menschen in ländlichen Regionen sterben deshalb häufig auf dem Weg zum Arzt. Auch leichtere Erkrankungen führen vielfach zum Tod, weil sie nicht behandelt werden. Die Kindersterblichkeit ist besonders hoch. Laut Statistik stirbt jedes 4. Kind vor seinem 5. Geburtstag. Auch die Müttersterblichkeit ist eine der höchsten weltweit.

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